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Türkismühle-Hermeskeil
Ein erstes Gesetz zum Betrieb dieser Nebenstrecke wurde bereits 1890 erlassen, doch für den Bau war zunächst einmal ein Staatsvertrag zwischen Preußen und Oldenburg benötigt, da der Streckenverlauf in oldenburgischen Besitz befindliche Gebiete berühren sollte. Dieser kam im Jahre 1892 zustande, so dass die bereits begonnenen Bauarbeiten der Strecke Türkismühle - Hermeskeil mit der Stichstrecke von Nonnweiler nach Wemmetsweiler beendet werden konnten. Am 15. Mai 1897 konnte somit die Strecke freigegeben werden und kurz darauf wurde auch die Strecke nach Wemmetsweiler fertiggestellt.

Nonnweiler Viadukt
Nonnweiler Viadukt

In den 30ern gab es zwar immerhin bis zu 10 durchgehenden Zugpaaren täglich, doch im Grunde genommen blieb der Anteil des Personenverkehrs eher bescheiden. Die Fahrzeit betrug damals im übrigen knapp 40 Minuten. Auch auf dieser Strecke wurde die Ära der Lokomotiven in den 50ern durch die neuartigen Schienenbusse abgelöst (VT 95, später VT 98 und 798). Bereits in den 60er Jahren wurde ernsthaft über die Stilllegung dieser für den Reiseverkehr unrentabel gewordenen Strecke diskutiert und so kam es am 31.Mai 1969 zum Aus. Auf der Strecke nach Wemmetsweiler verkehrte bereits 10 Jahre zuvor (3.Oktober 1959) der letzte Personenzug.


Doch der Güterverkehr konnte erhalten bleiben, so wurden vor allem Grubenholz, Lohe, landwirtschaftliche Produkte aus der Region und Kolonialwaren transportiert. Dieses noch rege Verkehrsaufkommen konnte bis Ende der 80er mit täglichen Güterzügen beigekommen werden.

Heute sieht es allerdings so aus, dass es nur noch bei Bedarf zu einigen Gütertransporten kommt, so zum Beispiel zu der Firma Diehl in Mariahütte auf dem ansonsten bis nach Wemmetsweiler abgebauten Streckenabschnitt. Dieses Anschlussgleis von Nonnweiler aus endet in Mariahütte in einen Privatanschluss der Firma.

Dennoch wird dieser Streckenabschnitt nebst Abzweig nach Mariahütte gerne von der Hochwaldbahn e.V. genutzt, so geschehen bei den Dampflokfesten 1999 in Hermeskeil. Die Bedeutung dieser Strecke für Hermeskeil und somit auch für die Hochwaldbahn e.V. wird deutlich, wenn man bedenkt, dass sowohl die Strecke nach Trier (Ruwertalbahn) als auch die Trasse nach Morbach zumindest zur Zeit stillgelegt sind.

Streckenkarte Hermeskeil-Türkismühle

Türkismühle, an der Rhein - Nahe - Strecke nach Saarbrücken gelegen stellt den Ausgangspunkt dieser Trasse. Des weiteren zweigt von Türkismühle die ehemals bis nach Kusel (heute bis Freisen) verlaufende Nebenstrecke ab. Das Hermeskeiler Gleis unterläuft zunächst eine Fussgängerbrücke, ehe die Strecke nach rechts abzweigt. Eine Strasse wird schienengleich überquert und ab dort beginnt der permanente Aufstieg nach Hermeskeil.

VT 55 kurz vor Türkismühle, Mai 2005 VT 58 und VT 55 in Sötern, Juni 2005
VT 55 kurz vor Türkismühle, Mai 2005
VT 55 in Türkismühle, Mai 2005
VT 58 und VT 55 in Sötern, Juni 2005


Als erste Station wird Eckelhausen erreicht, wo von der ehemaligen Stationsanlage heute nichts mehr zu sehen ist. An der kleinen Ortschaft Eisen vorbei mit einer anfangs der 90er stillgelegten grossen Ziegelei kommt der Bahnhof Sötern in Sicht. Auch hier ist von einer einst belebten Bahnzeit nichts mehr übrig.

Ein weites Tal öffnet sich und der Bahnhof Schwarzenbach wird erreicht. Eine Unterquerung der Bundesstrasse folgt als Nächstes, das Industriegebiet von Otzenhausen wird passiert, ehe der gleichnamige Bahnhof erreicht wird. Von hier führte einstmals ein drei Kilometer langes Anschlussgleis zum Industriegebiet.

VT 41 kurz vor Schwarzenbach, Sept. 2005 VT 55 in Schwarzenbach, Mai 2005 VT 55 und VT 58 bei Otzenhausen, Juni 2005
VT 41 kurz vor Schwarzenbach, Sept. 2005
VT 55 in Schwarzenbach, Mai 2005
VT 55 und VT 58 bei Otzenhausen, Juni 2005


Kurz vor Nonnweiler verläuft das Gleis nach Wemmetsweiler (heute bis Mariahütte) kurzzeitig parallel zum Türkismühler Gleis, wo es beim ehemals wichtigsten Zwischenbahnhof der Strecke endgültig abzweigt.

Der Nonnweiler Bahnhof aus Ziegelsteinen ist noch komplett erhalten. Über einen Sandsteinviadukt folgend wird der Bahnhof Bierfeld erreicht, einen Ortsteil von Nonnweiler. Das Bahnhofsgebäude ist auch hier zwar noch erhalten, wird aber für Wohnzwecke genutzt.

VT 55 in Nonnweiler, Mai 2005 Blick aus dem VT 55 auf Bf. Nonnweiler, VL 8 mit Güterzug im Bf. Nonnweiler,
VT 55 in Nonnweiler, Mai 2005
Blick aus dem VT 55 auf Bf. Nonnweiler,
Juli 2005
VL 8 mit Güterzug im Bf. Nonnweiler,
Februar 2005



Durch einen Wald führt die Trasse noch einmal steil bergan gen Hermeskeil, ein in den 60ern bedeutender Bahnknotenpunkt mit Stellwerk. Diese ehemals lebhaften Zeiten sind heute noch im Lokomotivmuseum zu besichtigen.


Zwischen Hermeskeil und Bierfeld, Mai 2005 VT 55 in Hermeskeil, Mai 2005
Freischnitt bei Bierfeld, August 2005
Zwischen Hermeskeil und Bierfeld, Mai 2005
VT 55 in Hermeskeil, Mai 2005
  VT 55 in Hermeskeil, nach Fahrtag geht er in Abstellung  
 
VT 55 in Hermeskeil, nach Fahrtag geht er in Abstellung